Neurosteroide und fokal-epileptische Störungen

Autor(en):

Lévesque M, Biagini G, Avoli M

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Publikation:

Int J Mol Sci . 2020 Dec 10;21(24):9391.

Publikationslink:

DOI-Link:

https://doi.org/10.3390/ijms21249391

Neurosteroide sind eine Familie von Verbindungen, die in den wichtigsten exzitatorischen Neuronen und Gliazellen synthetisiert werden und aus der Umwandlung von Cholesterin in Pregnenolon hervorgehen. Die am besten untersuchten Neurosteroide − Allopregnanolon und Allotetrahydrodeoxycorticosteron (THDOC) − sind dafür bekannt, dass sie die GABAA-Rezeptor-vermittelte Übertragung modulieren und somit eine Rolle bei der Kontrolle der Erregbarkeit neuronaler Netzwerke spielen. Angesichts der Rolle der GABAA-Signalübertragung bei epileptischen Erkrankungen haben Neurosteroide tiefgreifende Auswirkungen auf die Anfallserzeugung und spielen eine Rolle bei der Entwicklung chronischer epileptischer Zustände (d.h. der Epileptogenese).

Wir betrachten hier Studien, die die Auswirkungen von Neurosteroiden auf die epileptiforme Synchronisation in in vitro Hirnschnitten, auf die epileptische Aktivität in in vivo Modellen, d.h. in Tieren, die durch chemokonvulsive Behandlung epileptisch gemacht wurden, und in epileptischen Patienten zeigen.

Diese Studien zeigen, dass Neurosteroide die Iktogenese und das Auftreten von pathologischer Netzwerkaktivität wie interiktale Spikes und hochfrequente Oszillationen (80–500 Hz) modulieren können. Außerdem können sie in Tiermodellen der mesialen Temporallappenepilepsie das Auftreten spontaner Anfälle verzögern.

Insgesamt deuten diese Erkenntnisse darauf hin, dass Neurosteroide ein neues Ziel für die Behandlung von fokalen epileptischen Störungen darstellen.

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